Nissan 370Zki concept
Nissan 370Zki concept Foto: © Darren Brode / Shutterstock.com

Wer nicht gerade einen Nissan 370Zki concept sein Eigen nennen darf, sollte sich überlegen sein/ihr Cabrio einzuwintern.


Der goldene Herbst hat uns Cabrio-Liebhabern die Offenfahr-Saison um etliche Wochen verlängert. Aber jetzt ist es soweit, der erste Frost steht vor der Tür und es ist Zeit das Cabrio in den Winterschlaf zu versetzen. Wir haben ein paar hilfreiche Tipps dafür zusammen getragen.

Damit das elegante Cabrio, der sportliche Roadster, oder der schöne Spider während der Winterpause keinen Schaden nimmt, gibt es einige Dinge zu beachten: Der richtige Stellplatz ist die Grundvoraussetzung für eine gute Überwinterung. Das ideale Winterquartier für dein schmuckes Cabriolet ist trocken, luftig und im besten Fall sogar beheizt. Eine Garage oder auch saubere und trockene Hallen und Scheunen eignen sich hervorragend. Bei Garagen oder Hallen wo auch andere Leute Zutritt haben ist Vorsicht geboten. Was passiert da in den Wintermonaten? Wird da an anderen Autos geschraubt? Fahren da öfter mal salznasse Autos ein und aus?
Oder wird da drin vielleicht sogar lackiert? Es ist wohl niemand glücklich wenn sein blaues Cabrio nach dem Winter einen gelben Schleier am Lack und auf den Scheiben hat. Komisch, wenn am Stellplatz daneben der frisch lackierte, gelbe Fiat vom Nachbarn steht. Dann klappts wohl nicht mit dem Nachbarn.

Die Schäune

Wenn du dein Cabrio kostengünstig in einer Scheune überwinterst die viel Stroh oder Heu gelagert hat, dann hat das Vor- und Nachteile. Das Stroh oder Heu nimmt Luftfeuchtigkeit auf, das heißt in der Scheune wird es sehr trocken sein. Das mag dein Auto. Aber starke Trockenheit ist auch immer mit höherer Feuergefahr verbunden. OK, wir wollen mal den Teufel nicht an die Wand malen, aber besonders staubig ist es da drin bestimmt. Deshalb würde sich eine weiche, atmungsaktive Schutzhülle in diesem Fall sehr empfehlen.

Schutzhülle ist nicht gleich Schutzhülle!

Aber Vorsicht, is Cool Man. Bei diesem Thema kann man doch einiges falsch machen. Glaubst du nicht, du denkst: „Das Auto abdecken kann doch nie schaden?“

Doch, die falsche Abdeckung am falschen Ort kann Schaden an deinem Auto anrichten. Wenn die Garage nicht ganz winddicht ist, oder noch schlimmer, wenn du dein Auto im Freien überwinterst, dann kann folgendes passieren: Durch den Wind wird die Plane die über deinem Auto liegt ständig ein wenig bewegt. Nur ganz wenig, aber über die Monate schäuert sich das Material in den Lack. Vielleicht bemerkst du es nicht im ersten Jahr, aber nach ein paar Jahren hast du im schlimmsten Fall blank geschäuerte Stellen im Lack. Eine Nachlackierung ist unausweichlich. Schaut nicht schön aus und kostet unnötig Geld. Muss also nicht sein.

Das ist aber noch nicht alles. Auch an einem windstillen Ort kann die Plane über deinem Auto mehr Schaden anrichten, als sie gut macht. Nämlich dann wenn es in deiner Garage nicht ganz trocken ist und du eine Plastik-Abdeckung verwendest. Die Luftfeuchtigkeit sammelt sich unter der Haube der nicht atmungsaktiven Abdeckung und kann schlecht oder garnicht nach oben entweichen. Somit steht dein Auto den ganzen Winter in einem Feuchtgebiet. Schimmel und Rost fühlen sich da besonders wohl, dein Auto weniger.

Decke dein Auto also nur dann ab, wenn es windstill und trocken ist an dem Ort der Überwinterung. Benutze nur eine atmungsaktive Schutzhülle. Kannst du eines dieser Kriterien nicht erfüllen, ist es besser das Auto ohne Abdeckung zu überwintern. Ein bisschen Staub ist immer noch besser als Schimmel und Rost.

Waschen, aber wann?

Diesen Tipp liest man oft. Wasche dein Auto bevor du es einwinterst. JEIN!
Klar ist es von Vorteil wenn das Auto sauber ist. Schließlich können Schmutzreste, Insekten oder Vogelkot über den Winter zu schwerwiegenden Schäden am Lack führen. ABER! Wenn du direkt von der Waschbox in dein Winterquartier fährst, hast du noch überall in den Ecken und Falzen Restwasser vom Waschen. Das verdunstet dann unter der Abdeckung macht diese feucht oder noch schlimmer, die Feuchtigkeit kann gar nicht raus. Dann hast du monatelang Feuchtigkeit im Auto. Nicht so gut. Sei vorausschauend: wassche dein Auto einige Tage vor dem Einwintern. Schau dir den Wetterbericht an. Wenn es noch ein paar sonnige Tage gibt, dann wasche dein Auto und genieße es noch ein-zwei Tage damit zu fahren – ist doch schön. Dann stellst du es staubtrocken in sein Winterquartier.

Kraftstoff auffüllen

Hast du ein älters Modell, das noch über einen Tank aus Metall verfügt ist es unbedingt ratsam den Tank voll aufzufüllen. Denn überall dort wo Benzin ist, ist keine Luft. Und wo Sauerstoff nicht hin kann, kann auch nichts rosten. Autos mit Metalltank immer voll auftanken!

Cabrioverdeck

Ja, wenn man einen Mercedes SLK hat braucht man sich die Frage nach dem Verdeck nicht zu stellen. Das klappbare Stahldach bleibt über den Winter natürlich geschlossen. Bei allen anderen übrigens auch. Beim Kunststoff-Verdeck könnte es nämlich sein dass sich das Material über den Winter etwas zusammen zieht und dann im Frühjahr der Kampf mit dem Verdeck beginnt. Man zärrt und schiebt, aber es geht nicht mehr zu. Man hat das Gefühl wie wenn es über den Winter kürzer geworden wäre. Und das kann tatsächlich passieren, wenn die Verdeckhaut nicht gespannt wird. Sollte dir das passiert sein, dann zieh nicht mit Gewalt am Verdeck! Sondern stelle das Auto im Frühjahr ein paar Stunden in die Sonne. Wenn die Verdeckhaut warm wird, wird es wieder weich und flexibel und du kannst es wieder Problemlos schließen.

Es empfiehlt sich außerdem die Fenster einen kleinen Spalt offen zu lassen, damit eine Luftzirkulation des Innenraums stattfinden kann. Schimmel am Lenkrad wollen schließlich die Wenigsten. Weiters gibt es auch die Möglichkeit einen Luftentfeuchter – elektrisch betrieben oder mit Granulat – aufzustellen. Dieser hält die Luftfeuchtigkeit auf dem richtigen Niveau.

Um das Fahrwerk zu entlasten, wird das Cabrio entweder aufgebockt oder der Luftdruck der Reifen wird ein wenig erhöht. Die Feststellbremse bleibt gelöst, die Batterie wird abklemmt.
Die abgeklemmte Batterie muss regelmäßig nachgeladen werden – im Handel gibt es dafür spezielle Ladegeräte. Auch den Luftdruck der Reifen sollte man regelmäßig prüfen, um einen Standplatten zu vermeiden.

Abarth 124 Spider

Es gibt da noch spezielle Kanitaten. Der Fiat und der Abarth 124 Spider brauchen eine besondere Behandlung im Winter. Aufgrund der Multiair Ventielsteuerung über die dieser Hightech-Motor verfügt (140 PS im Fiat, 170 PS im Abarth) ist es unbedingt notwendig dass man den Motor ca. einmal pro Monat startet und laufen lässt. Achtung: auf ausreichend Belüftung achten!

Unterlässt man dies, läuft man Gefahr dass die Ventilsteuerung im Frühjahr danach nicht mehr richtig funktioniert und der Motor dementsprechend nicht anspringt. Man braucht dann gleich zu Beginn der Roadster-Saison die Fachwerktstatt. Das muss nicht sein.
Andreas von blackseals.net hat einen sehr detaillierten Artikel über dieses Thema geschriegen. Sein Tipp: Lange Standzeiten unbedingt vermeiden!

Hast du auch noch ein paar gute Tipps zum Einwintern? Dann schreib sie uns hier in die Kommentare!

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2 KOMMENTARE

  1. Das mit dem Aufbocken sehe ich mit gemischten Gefühlen. Öldruck Stoßdämpfer sind auf einer bestimmten Position „eingefahren“ und könnten Schäden nehmen, wenn man sie über längere Zeit, also zb über den Winter in eine andere Position bringt oder entlastet.
    Ich bin der Meinung die Arbeit mit dem Aufbocken kann man sich sparen.

  2. Also ich stopfe noch den Auspuff und die Ansaugung mit einem öligen Lappen zu, damit da nirgends Feuchtigkeit rein kann. Außerdem sprüh ich auf alle Chromteile einen Film WD40 auf, das schützt. Auf die Pflege der Gummidichtungen sollte man auch nicht vergessen!

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