Heute habe ich ein Auto Inserat im Internet entdeckt das mich nachdenklich stimmte.


Zuerst dachte ich mir nicht viel dabei. Ein alter Mazda. Eigenbau. Cabrio. Ja, das hatten wir sogar schon mal (damals sogar ohne Türen). Dass mich das Inserat mit dem gelben Auto aber so lange beschäftigen würde – immerhin schreibe ich gerade einen Artikel darüber – das hätte ich nicht gedacht.

Es handelt sich um den Eigenbau eines Mazda 626 Cabriolets. In Gelb. Hui. Als Basis wurde ein Mazda 626 Coupé der Baureihe GC (2. Generation) hergenommen. Das ist der erste, der die vorderen Räder für den Antrieb nutzt. Ansonsten nix Besonderes: 2,0l Sauger (Otto) mit 102 PS. Kein Rennwagen und auch nicht berühmt für tollen Sound. Fahrwerkseitig war man damals noch nicht so weit wie beim bald darauf folgenden MX-5, dementsprechend war von Sportlichkeit nicht unbedingt die Rede bei dem Auto.

Also ein gemütliches Cabrio?

Ja, man kann definitiv behaupten das dies ein gemütliches Cabrio ist! Woher ich das weiß? Ich hab das Auto ja nur im Internet gesehen. Ja das ist schon richtig, aber ich hatte als junger Mann (und das ist jetzt tatsächlich schon länger her) einen 1986er GC mit 2,0l Saugdiesel – eine Dreckskarre, aber unheimlich gemütlich. Ich hatte den Wagen damals von meinem Onkel geschenkt bekommen. Danke Onkel Hubert. Es war meine wilde Zeit. Ich hatte eine Endstufe und einen Subwoofer verbaut der den Kofferraum ausfüllte. Wenn man nachts an einer roten Ampel mit Standgas wartete konnte man beobachten wie das Licht der Scheinwerfer im Takt der Musik mitflackerte. Disco-Maz. Naja, wie gesagt – die wilde Zeit halt. Hatte eh jeder, oder? Es war eine gute Zeit, eine richtig geile Zeit. Und deshalb hege ich irgendwie Sympathie für dieses hässliche, gelbe Cabrio aus dem Inserat.

In den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts sah man oft selbst „designte“ Cabrio-Umbauten. Vor allem VW Käfer wurden des Dachs entledigt um nunmehr als schickes Cabriolet die Badeseen und Eisdielen zu erobern.

Was wäre wenn?

Ich stell mir also vor ich würde in diesem gelben Mazda 626 Cabrio die Eisdiele meines Vertrauens ansteuern (wenn Sommer wäre). Was würde wohl passieren? Würde ich zum Gelächter der jungen, hübschen Damen, die ganz trendy ihren Cosmopolitan mit einem Strohhalm schlürfen? Oder würden sich die hippen Typen in Jogginghosen und weißen Sneakers mit dem außergewöhnlichen Auto fotografieren und die Bilder auf ihren Carspotter – Instagram Account stellen?

Ich weiß es nicht. Es ist mir auch egal, denn wenn mir ein Auto taugt, dann fahr ich es mit Leidenschaft und Überzeugung. Egal was andere dazu sagen!

Zum Inserat

 

1. Mazda 626 Cabriolet Eigenbau

Targa. Hatte sich Mazda für den MX-5 RF hier inspirieren lassen? Foto: ©willhaben

 

2. Mazda 626 Cabriolet Eigenbau

Eigenbau, eigenwillig. Nicht nur die Farbe ist gewöhnungsbedürftig. Foto: ©willhaben

 

3. Mazda 626 Cabriolet Eigenbau

Eigenbau: Mazda 626 Cabriolet mit Henkel. Foto: ©willhaben

 

4. Mazda 626 Cabriolet Eigenbau

Der Mazda Eigenbau kann aber auch geschlossen, als Coupé gefahren werden. Foto: ©willhaben

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