Was nicht von Renault kommt, aber schön wäre.


Seit im Jahre 2012 der Mégane CC III, nach nur drei Jahren Bauzeit aus dem Sortiment der Franzosen genommen wurde, gab es keinen offenen Renault mehr. Das wird sich wohl auch in nächster Zeit nicht ändern. Was schade ist, denn die offenen Franzosen hatten immer einen ganz besonderen Flair. Heute wollen wir dich in eine Welt entführen, in der Renault einen Markt für schöne, offene Fahrzeuge sieht und uns mit Autos verwöhnt von denen wir nur sonst träumen dürfen.

Komm mit mir und du wirst sehen,
wenn wir durch den Spiegel gehen,
Wirst du deinen Augen nicht mehr trauen.

Es ist Mittwoch der 7. November 2018. Draußen herrscht außergewöhnlich warmes Wetter für diese Jahreszeit. Im TV hört man Forscher vom Klimawandel reden, und in den Abend-Nachrichten wird von Überschwemmungen und Muren berichtet. Alles dem Klimawandel geschuldet. Ja, der Klimawandel hat uns erreicht und er erwischt uns gerade mit seiner Breitseite. Aber ich habe dir ja versprochen, dass ich dich in eine Welt entführe, die so schön und unbeschwert ist, dass kein Klimawandel darin Platz findet.

Ich möchte eine Welt, eine Welt in der Würmer und Insekten endlich wieder sprechen.
Ich möchte eine Welt, in der ich aus einer Toilette trinken kann, ohne Ausschlag zu kriegen.

Also keine schlechten Nachrichten über Hochwasser und dergleichen! Genieße einfach das schöne, warme Wetter mit der tief stehenden Sonne im Hintergrund. Ja, so einfach ist das wenn man sich seine Welt selbst konstruiert. So hat dies auch Bernhard Reichel gemacht, er hat zwei Renaults entworfen, die ohne Dach sensationell aussehen, so aber wohl niemals in Serie gehen werden.

Renault Mégane CC

Renault Megane CC
Renault Megane CC Rendering: © Reichel Car Design

In unserer Welt ist der Renault Mégane CC niemals in Rente gegangen, er durfte weiter existieren und erfreut sich heute ob der warmen Wetterverhältnisse größter Beliebtheit. Das Cabrio-Coupé mit versenkbarem Aluminium-Dach ist am Genfer Autosalon 2016 gleichzeitig mit dem Mégane Grandtour der Weltöffentlichkeit präsentiert worden. Die Dachkonstruktion ist eine komplette Neuentwicklung und setzt auf leichte Verbundmaterialien für die Holme und Aluminium für die Außenhaut. Dies führt dazu dass das Cabrio genauso viel (wenig) wiegt wie die Limosine, nämlich zwischen 1.280 und 1.505 kg, je nach Motorisierung uns Ausstattung. Zur Auswahl stehen Ottomotoren von 74 bis 221 kW und Dieselmotoren von 66 bis 120 kW.

Nimm doch Platz am roten Ledersessel, komfortabel, ja fast sportlich sitzt man im offenen Franzosen. Die Frischluft kann man zu Viert genießen – das muss man allerdings richtig wollen, denn auf den Fondsitzen ist es bei Autobahntempo nicht gerade gemütlich.
Die sportliche Frontschürze mit seitlichen Lufteinlässen, 17“-Leichtmetallfelgen, Renault Sport Spezial-Métallisée-Lackierung Iron-Blau, GT-Line Schriftzug, GT-Line Front- und Heckschürze, Außenspiegel in Dark Metal … Lass dich von dem sportlichen Design des neuen Renault Mégane CC GT-Line mitreißen. Das ist dir nicht sportlich genug? Frontantrieb ist nicht so dein Ding? Na gut, wir sind ja in der Traumwelt, lass uns den Traum intesivieren …

Alpine A110 Roadster

Alpine A110 Roadster
Alpine A110 Roadster Rendering: © Reichel Car Design

Traumwelt die Zweite. Renault ging schon immer eigene Wege, auch diesmal. Das Coupé und das Cabrio der neuen Alpine A110 wurden kürzlich gleichzeitig in Genf vorgestellt. Warum macht Renault sowas? Die beiden Modelle stehlen sich doch gegenseitig die Show. Nicht in unserer Traumwelt, hier sieht Renault zwei verschiedene Märkte für zwei völlig unterschiedliche Autos. Die Fans des superleichten Retro-Rallye Geräts sind eine andere Zielgruppe als die Liebhaber gepflegter, sportlicher Fortbewegung mit hohem Sauerstoff-Faktor.

Während das Coupé mit puristischer Sportlichkeit trumpft (ja auch dies gehört zu unserer Traumwelt), genießt der/die ambitionierte OffenfahrerIn einen Roadster mit jeder Menge Luxus an Bord. Die Vollledersitzschalen sehen auf den ersten Blick aus als würde man da nie wieder raus kommen, aber wir werden eines Besseren belehrt. Aus- und Einstieg in den offenen Zweisitzer gehen grazil und elegant vonstatten. Zumindest bei meiner charmanten Begleitung namens Katharina. Ich bin da etwas plumper. Aber egal, erstmal drinnen Platz genommen sucht man den Wählhebel für die Automatik-Schaltung. Tja, es gibt keinen. Drei Knöfe in der Mittelkonsole lachen ergonomisch perfekt platziert den Fahrer, oder die Fahrerin an. Auf einem steht „D“, damit gehts vorwärts, auf einem anderen steht „N“, für Neutral und am Dritten Knopf steht „R“, richtig das ist der Rallye-Gang. Rückwärts fährt in unserer kleinen Traumwelt niemand, alle wollen vorwärts kommen. Also starten wir den Motor, werfen das Verdeck nach hinten – aber HALT. So einfach gehts dann doch nicht. Nicht mal in unserer Traumwelt. Das ist ja schließlich kein MX-5. Das Verdeck wird in der offenen Alpine A110 elektrisch betätigt, und verschwindet als specktakuläres Origami, begleitet von eindrucksvoller Klassik-Musik im Heck des Sportlers. Das muss man mögen. Kann man aber zum Glück deaktivieren. So wie alle Fahrhilfen, denn dann steht dem Spass nichts mehr im Wege.

Ein Wirbelsturm an bunten Blättern flankiert den Bug bei jeder Walddurchfahrt, der warme Luftzug tranportiert das erdige Bouquet, das nur der Herbst zustande bringt direkt in die Geruchrezeptoren der Genießer hinterm Steuer und am Sozius. Es rauscht so herrlich wenn man durch die Wasserlacke donnert, die gerade noch den blauen Himmel gespiegelt hat. Über lang gezogene Kurven, durch enge Ortschaften, vorbei an beeindruckenden Naturlandschaften lassen wir die Alpine regelrecht fliegen. Immer der tief stehenden Sonne entgegen ziert die blaue Flunder als auffälliger Fleck die goldene Herbstlandschaft dieses 7. Novembers.

Wir haben heute unser blaues Wunder erlebt, mit einem blauen Auto, in einer blauäugigen Welt. Hoffen wir, dass der Klimawandel im wahren Leben mehr ernst genommen wird und wir mit einem blauen Auge davon kommen.

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