Wenn der Inhalt Ihres Tankes mit 67 Litern angeben ist, heißt das nicht, dass Sie auch exakt 67 Liter verfahren können. Das hat das Oberlandesgericht Hamm im Juni entschieden und nun veröffentlicht. (Az.: 28 U 165/13)

Porsche-Käufer klagte gegen Autohaus

Der Kläger hatte im konkreten Fall beim beklagten Autohaus ein Porsche 911 Turbo S Cabriolet für 176.500 Euro erstanden. Laut Katalog ist der Sportwagen mit einem 67 Liter fassenden Tank ausgerüstet.

Der Käufer konnte jedoch nur 59 Liter verfahren, bevor der Bordcomputer eine Restreichweite von null Kilometern anzeigte. Er bemängelte daher die Konstruktion des Kraftstofftanks einschließlich der Messung des Tankinhalts sowie die Berechnung der Restreichweite und verlangte sein Geld zurück.

Gericht: Kein Mangel, sondern Stand der Technik

porsche-911-turbo-cabriolet-Die Klage blieb erfolglos. Nach Ansicht des Gerichts handelt es sich in diesem Fall nicht um einen Sachmangel, sondern um den Stand der Technik. Im Fall des Porsche verbleiben immer rund drei Liter Benzin im Tank, die von der Kraftstoffpumpe nicht zu erreichen sind. Das dient dem Schutz des Motors vor Schwebeteilchen im Sprit.

Die Anzeige des Bordcomputers springt sogar schon weitere drei Liter zuvor auf null, um zu verhindern, dass die Kraftstoffpumpe Luft ansaugt und Schaden nimmt. Wenn der Bordcomputer, so das Gericht, nur die Restreichweite anzeige, die gefahrlos zurückgelegt werden könne, sei dies kein Mangel.
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