Ziovas Bugster

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Der „Ziovas Bugster“ ist eines der faszinierendsten Umbauprojekte, die auf dem VW Käfer basieren.


Aus einer herkömmlichen 1200er Limousine zauberte ein Ingenieur in jahrelanger Arbeit einen schlanken Roadster mit vollständig einziehbarem Hardtop. Ioannis Ziovas ist der Schöpfer von Bugster. Der Elektroingenieur kommt aus der griechischen Stadt Agrinio und arbeitet hauptberuflich im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Außerdem betreibt er eine eigene Garage und einen Kfz-Handel. Ziovas hat über 25 Jahre Erfahrung in der Restaurierung von klassischen Automobilen.


Der Bugster-Schöpfer im Interview:

Ioannis, woher kam die Idee für das Bugster-Projekt und was war Ihr Ziel?

Meine Inspiration war das klassische Hebmüller-Cabriolet. Aber ich wollte etwas völlig Neues machen und nicht nur eine weitere Hebmüller-Replika. Dann kam ich auf die Idee, eine moderne Version mit einem abnehmbaren Hardtop zu entwickeln.

Wie haben Sie das Basisfahrzeug bekommen?

Das war keine große Sache. Ich habe den Käfer für wenig Geld von einem Nachbarn gekauft. Es war ein normaler 1200er, der ihm viele Jahre treu gedient hatte.

Wurde die Technologie des Käfers modifiziert?

Der 1200er Motor wurde gegen einen 1,6 Liter Motor mit 50 PS ausgetauscht. Da uns das aber immer noch nicht genug war, wurde der Motor sehr umfangreich behandelt. Wir haben mit einem Motorspezialisten zusammengearbeitet, der unter anderem einen Doppelvergaser von Dellorto und einen Ölkühler eingebaut hat. Zusätzlich erhielt der Motor eine scharfe Nockenwelle, modifizierte Zylinderköpfe, einen Verteiler und ein Schwungrad. Die Abgasanlage ist maßgeschneidert. Aus Sicherheitsgründen haben wir Scheibenbremsen eingebaut und die alte Pendelachse durch ein modernes Sattelarmsystem ersetzt.

Wie lange haben Sie an dem Projekt gearbeitet?

Alles begann im Jahr 2002. Damals hatte ich einen weiteren sehr günstigen Käfer gekauft. Da kam ich auf die Idee, ein solches Auto in einen Roadster umzuwandeln. Also nahm ich mein Maßband und begann alles zu messen, um zu prüfen, ob ein solches Projekt überhaupt realisierbar ist. Als ich überzeugt war, dass es funktionieren würde, fing ich an, die neuen Teile zu entwerfen. Für die Schablonen für die GFK Teile haben wir selbst aus Holz gefertigt.

Natürlich habe ich es nicht alleine gemacht, wir waren ein Team von zehn Leuten in unserer Garage.

Welche Schwierigkeiten sind während der Arbeit aufgetreten?

Da waren mehrere. Das Design des neuen Daches hat uns gestört, vor allem der Klappmechanismus. Wir wollten kein einfaches Hardtop für unseren Bugster bauen, sondern ein komplett einkleppbares. Alle Maße und Gelenkpunkte mussten mit höchster Präzision berechnet werden, damit das Dach später vollständig hinter den Sitzen verschwindet. Die eigentliche Konstruktion der Teile war auch nicht ganz einfach, da uns nur eine relativ kleine Garage mit einfachen Werkzeugen zur Verfügung stand.

Wo und wie wurden die Teile für den Umbausatz hergestellt?

Das meiste kam eigentlich aus unserer eigenen Garage. Dazu gehören die Konstruktion, die Herstellung der Holzmuster, die Restaurierung des Fahrgestells und des Fahrgestells des Käfers, die Herstellung von Kleinteilen, Verbindungen, Schlössern usw. und natürlich die Endmontage. Für die Konstruktion der GFK-Teile, der Lackierung, der Innenausstattung und der Fensterscheiben haben wir mit externen Experten zusammengearbeitet.

Gibt es bereits Bestellungen von Kunden? Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Die Präsentation des Bugster auf unserer Website hat uns viel positives Feedback gegeben, es gibt Interessenten aus verschiedenen Ländern. Unsere Pläne sind, dass wir einerseits ein komplettes Kit für Kunden anbieten möchten, damit sie ihre Fahrzeuge mit geringem Aufwand selbst umbauen können. Die Produktion dafür läuft bereits. Andererseits denken wir auch daran, komplett umgebaute Fahrzeuge anzubieten. Das möchten wir auch auf verschiedenen europäischen Messen der Öffentlichkeit zeigen.
Zukünftige Pläne: Ich überlege mir, ein ähnliches Projekt im klassischen Käfer-Look zu starten. Der aktuelle Bugster hat mit dem Käfer optisch nicht viel gemeinsam. Wir wollten nicht nur ein neues Dach, sondern eine komplette Neugestaltung. Mir ist jedoch bewusst, dass viele Kunden diesen klassischen Look mögen – was auch für mich zutrifft. In diesem Aspekt wird der nächste Ziovas Bugster mehr in Richtung Käfer gehen. Vielleicht ein Hardtop mit Mohair- oder Vinylbezug, also in „Softtop-Optik“, vielleicht ein schönes Pastell, viele Chrom- und klassische Fuchs-Räder … den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt.


 

Weitere Infos mit vielen Bildern zu diesem spannenden Roadster-Projekt von Ioannis Ziovas finden Sie auf seiner Webseite: www.ziovasbugster.com

oder auf seiner Facebook-Seite: www.facebook.com/Ziovas-Bugster

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