VW T-Roc Cabriolet Foto: Auto-Medienportal.Net/Volkswagen
VW T-Roc CabrioletFoto: Auto-Medienportal.Net/Volkswagen

Produktion mit großer Tradition in Osnabrück

Nach dem Aus für das Golf Cabrio und das Beetle Cabrio ist es um den einstigen Karmann- und heutigen VW-Standort Osnabrück etwas ruhiger geworden. Doch nun wird dort wieder an die Tradition der Produktion offener Fahrzeuge angeknüpft, denn hier wird künftig das VW T-Roc Cabriolet vom Band rollen.

Drei VW-Cabrios von Karmann aus Osnabrück: Käfer, Golf I und Golf III Cabriolet. Foto: Auto-Medienportal.Net/VW
Drei VW-Cabrios von Karmann aus Osnabrück: Käfer, Golf I und Golf III Cabriolet.Foto: Auto-Medienportal.Net/VW

Bereits 1913 meldete Wilhelm Karmann sein erstes Patent an, das aus seiner noch jungen Firma in Osnabrück Jahrzehnte später ein weltweit agierendes Unternehmen machen sollte. Die „Mechanik für das Klappverdeck“ revolutionierte fortan den Automobilbau für Modelle „oben ohne“.

Bandablauf des letzten Käfer Cabriolets bei Karmann in Osnabrück – unmittelbar gefolgt von einem Golf I Cabriolet. Foto: Auto-Medienportal.Net/Volkswagen
Bandablauf des letzten Käfer Cabriolets bei Karmann in Osnabrück – unmittelbar gefolgt von einem Golf I Cabriolet.Foto: Auto-Medienportal.Net/Volkswagen

Als Wilhelm Karmann – inzwischen Senior und Junior – kurz nach dem zweiten Weltkrieg ihre erste Liaison mit dem Wolfsburger Volkswagen-Werk eingingen, schlug die Geburtsstunde einer bis heute rollenden Legende: Das Käfer Cabriolet, das von Karmann in Osnabrück entwickelt und dann im Auftrag von Volkswagen von 1949 bis 1980 gebaut wurde, ist – wie die geschlossene Version – ein Synonym des deutschen Wirtschaftswunders und steht gleichermaßen für den Aufschwung des Unternehmens. Bis zum 10. Januar 1980 verließen insgesamt 331.847 Käfer mit „Stoffmütze“ die Werkshallen. Gefolgt von insgesamt vier Golf-Cabriolet-Generationen – beginnend mit dem legendären „Erdbeerkörbchen – bis 2016 und zahlreichen anderen Modellen.

VW T-Roc Cabriolet Foto: Auto-Medienportal.Net/Volkswagen
VW T-Roc CabrioletFoto: Auto-Medienportal.Net/Volkswagen

Die Jahre 2001 bis 2009 bedeuteten das Ende der Eigenständigkeit der Karmann GmbH. Zu viele Auftraggeber zogen Entwicklungs- und Produktionskapazitäten ab. Die Liquidität schwand. Am 23. Juni 2009 verließ schließlich der letzte echte „Karmann“ die Produktionshallen. Mit der Gründung der Volkswagen Osnabrück GmbH im Dezember 2009 und der Übernahme der wichtigsten Produktionsmittel sicherte sich der Wolfsburger Konzern die legendäre Kompetenz der „Karmänner“ im Bereich der Cabriolet- und Kleinserienfertigung. Und diese kommt nun, nach dem letzten vom Band gelaufenen Beetle mit Stoffmütze im vergangenen Jahr, dem zurzeit einzigen offenen Modell der Marke VW zugute: dem T-Roc Cabriolet.

VW T-Roc Cabriolet Foto: Auto-Medienportal.Net/Volkswagen
VW T-Roc CabrioletFoto: Auto-Medienportal.Net/Volkswagen

Das Verdeck des neuen Modells kann innerhalb von neun Sekunden komplett geöffnet werden. Das ist auch während der Fahrt mit bis zu 30 km/h möglich. Das Softtop des T-Roc besteht aus einer vollflächigen Polstermatte, dem schwarzen Außenbezug, Innenhimmel und dem Gestänge. Cleveres Detail: Längsnähte des Außenbezuges dienen auf der Mittelbahn und den beiden Seitenteilen als zusätzliche Regenrinne. Klingt kompliziert, und ist es auch. Aber dank der mehr als 100 Jahre Erfahrung im Cabrioletbau am Standort Osnabrück sind solche kleinen mechanischen Wunderwerke kein Problem.

Aktuell befindet sich der offene T-Roc im Produktionsanlauf. Derzeit werden pro Schicht 50 Einheiten gebaut. In den kommenden Wochen wird die Produktivität dann langsam gesteigert mit dem Ziel, mehr als doppelt so viele Fahrzeuge pro Schicht zu fertigen. (ampnet/tw/av/hay)