John F. Kennedy fuhr einen Ford Thunderbird von 1961 Foto: Wikipedia
John F. Kennedy fuhr einen Ford Thunderbird von 1961 Foto: Wikipedia

Präsidiale Lieblingsautos

Die amerikanische Oldtimer-Website „ClassicCars.com“ aus Phoenix/Arizona riet angesichts des 2016 laufenden Vorwahlkampfs in den USA die kürzlich ihren Followern: „Konzentriert Euch auf das, was bei Präsidenten wirklich zählt – die Liebe zu ihrem Privatwagen nämlich.“ 2016 fragten die Oldtimer-Experten ihre Leser nach den Top Ten unter den präsidialen Lieblingsautos. Das Ergebnis ist ein Querschnitt durch den American Way of Drive.

Noch bevor Franklin D. Roosevelt seine, für US-Verhältnisse einmalig lange, über zwölfjährige Präsidentschaft antrat, pflegte der Spross einer wohlhabenden Familie aus dem US-Bundestaat New York seine Liebe zu einem standesgemäßen Fortbewegungsmittel. Für seine zweite Amtszeit als Gouverneur von New York legte er sich 1932 mitten in der Weltwirtschaftskrise einen Packard Phaeton mit zwölf Zylindern, 7,3 Liter Hubraum und 118 kW / 160 PS zu. Roosevelt gehört neben George Washington und Abraham Lincoln zu den drei bedeutendsten US-Präsidenten. Er bekämpfte erfolgreich die Weltwirtschaftskrise, führte eine Sozialversicherung und einen Mindestlohn ein und steuerte das Land im Krieg gegen Japan und Hitler-Deutschland. Seine siebensitzige, herrschaftliche Cabrio-Limousine mit der zweiten Windschutzscheibe für die Passagiere im Fond bekam 24 Prozent der Stimmen und belegte damit den ersten Platz.

Franklin D. Roosevelt fuhr einen Packard Phaeton von 1932 Foto: New York State Museum
Franklin D. Roosevelt fuhr einen Packard Phaeton von 1932 Foto: New York State Museum

Dicht dahinter auf Platz zwei mit 20 Prozent kam der Wagen des Republikaners Herbert Hoover, dem Vorgänger des Demokraten Roosevelt. Dessen Amtszeit war durch den Schwarzen Freitag 1929 und die große Depression gekennzeichnet, so dass er nicht nur der bis dahin unbeliebteste Chef im Weißen Haus war, der in dieser Hinsicht erst knapp ein halbes Jahrhundert später von einem anderen abgelöst werden sollte. Außerdem musste sein Name als Bezeichnung für die Elendsviertel der US-Städte zu jener Zeit herhalten: Hooverville. Sein Auto, ein Cadillac V16 aus dem Jahr 1932, dagegen war alles andere als ärmlich. Der weltweit erste Serien-Pkw mit einem Sechzehnzylindermotor bot wie das Fahrzeug seines Nachfolgers Platz für sieben Passagiere, leistete 136 kW / 185 PS und wurde in 50 verschiedenen Karosserievarianten angeboten. Das Auto kam 2007 für knapp 88 000 Dollar unter den Hammer eines Auktionators.

Herbert Hoover fuhr einen Cadillac V16 von 1932 Foto: Bonhams
Herbert Hoover fuhr einen Cadillac V16 von 1932 Foto: Bonhams

Auf dem dritten Platz der Wahl mit 17 Prozent aller Stimmen landete der Wagen von John F. Kennedy, ein Ford Thunderbird aus dem Jahr 1961, den er sich zwei Jahre vor seinem Tod in Dallas gegönnt hatte. Der Thunderbird erhielt für 1961 eine neue Karosserie in rundlichem Design, die etwas länger, breiter und schwerer als die der Vorgängermodelle war. Ab diesem Modelljahr zählten Automatikgetriebe, Servolenkung und Bremskraftverstärker zur Serienausstattung. Der V8-Motor war 6,4 Liter groß und leistete bis zu 294 kW / 400 PS. Kennedy muss das Auto sehr geschätzt haben, denn er nahm mit dem offenen Cabrio nach dem Amtseid in Washington zusammen mit seiner Frau Jacqueline an der Inaugurations-Parade am bitterkalten 20. Januar 1961 teil.

John F. Kennedy fuhr einen Ford Thunderbird von 1961 Foto: Wikipedia
John F. Kennedy fuhr einen Ford Thunderbird von 1961 Foto: Wikipedia

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